Warum VERA?

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Mit der Auswahl eines SMARTHOUSE Controller entscheidet man nicht nur über den Kaufpreis und laufende Kosten für Wartung + Cloud Services etc.. Ein Z-WAVE Controller bestimmt auch Umfang + Qualität der Systemfunktionen und die Kompatibilität mit den verfügbaren Z-Wave Devices. Vor allem bindet man an diesen Controller einen erheblichen Zeiteinsatz für Customizing und Entwicklung. Dieser Arbeitsaufwand ist nur sehr eingeschränkt portabel. Die Migration auf einen Nachfolger Controller kann sehr aufwändig sein. Und das alles bei einer rasanten aber ungewissen Marktentwicklung. Warum habe ich VERA gewählt?

Mein Anforderungsprofil 2015

Zunächst habe ich mich auf Z-WAVE als Kommunikationsstandard für das Hauptsystem festgelegt. Damit war das Marktangebot auf Z-WAVE fähige Controller eingeschränkt. Meine Anforderungen:

  • Ein möglichst universelles Einsatzspektrum. Meine Anwendung umfaßt sowohl das Büro des kleinen Familienunternehmens Selektdirekt und Masche24, als auch die Wohnung im eigenen Haus. Folglich muss der Controller möglichst vielfältige SMARTHOUSE Komponenten, Geräte und Webservices anbinden können.
  • Dauerhaft niedrige Gesamtkosten für SMARTHOUSE. Deshalb bevorzuge ich Controller ohne Jahres-Gebühren für Wartung oder Ähnliches. Natürlich sollen auch die Anschaffungskosten akzeptabel sein.
  • Der Controller-Anbieter soll sich möglichst marktoffen verhalten. Er darf eine eigene Produktfamilie von Sensoren und Aktoren anbieten. Aber er muss vor allem intensiv auf die Integration aller am Markt verfügbaren Devices und Services hinarbeiten.
  • Mein Fokus liegt auf do-it-yourself SMARTHOUSE Systemen. Ich bringe meine allgemeinen IT-Sachkenntnisse ein. Und ich bin zur Einarbeitung in das SMARTHOUSE Thema bereit. Dabei möchte ich der Herr über meinen Controller sein. Deshalb soll er z.B. auch ohne Cloud Anbindung betrieben werden können. Zudem ist mir der Zugriff auf Systemebenen unterhalb einer limitierten Menüsteuerung wichtig. D.h. eine umfassende anwendungsbezogene Programmierung muss möglich sein. Andererseits möchte ich mich nicht mit den ganz tiefen technischen Ebenen der Funk-Kommunikation und des Controller-Systems befassen.
  • Der Anbieter soll bei kritischen Betriebsstörungen Support leisten können. Daneben soll eine große und kompetente Community zum Knowhow-Transfer verfügbar sein.
  • Meine vorhandene IT-Infrastruktur kann genutzt bzw. soll versorgt werden: Mehrere lokale PCs, schnelles LAN und WAN, Webserver und lokale Server.
  • Das System soll primär zur Prozess-Automatisierung genutzt werden. Die PC- und Smartphone Oberfläche dient nur der Administration.

Das Marktangebot 2015

Auf der einen Seite gab es viele eher geschlossene Systeme (Devolo, Popp, Schwaiger,..). Diese konnten praktisch nur ihre eigenen Familien-Devices anbinden und boten keinen Zugriff auf die Submenü-Systemebene. Systeme wie Zipa waren eher cloudbasiert und teuer. “Eigenbau”-Systeme wie ZWAVE-ME oder FEHM auf RasperryPi waren zwar kostengünstig und boten den totalen Zugriff. Allerdings war mein Knowhow dafür nicht ausreichend. Ein Dongle-System für einen Windows PC erschien mir nicht geeignet für einen zuverlässigen 24-h Automatisierungsbetrieb.

Recht interessant erschien mir FIBARO mit seiner eleganten Benutzeroberfläche. Es schien so, als ob man diesen Controller programmieren und ohne Cloud betreiben konnte. Ganz sicher über die Nebenbedingungen war ich mir jedoch nicht. Außerdem hatte ich die Befürchtung, dass die Entwicklungspolitik nicht wirklich offen ist. Und, dass die umfangreichen eigenen Device Familie irgendwie bevorzugt würde. Neben diesen Unsicherheiten sprachen letztendlich die vergleichsweise hohen Kosten gegen diesen Controller.

Die niedrigen Kosten sprachen für VERA, insbesondere dass keine laufenden Kosten anfielen. Gerade zu Beginn des SMART HOUSE Projekts, mit wenig Knowhow und hoher Unsicherheit, war das ein wesentlicher Vorteil. Dazu hatte ich den Eindruck, dass hier eine wirklich marktoffene Entwicklungsstrategie verfolgt wurde. Das System war voll zugänglich und voll lokal betreibbar. Andererseits war über die VERA-Webseite ein weltweiter Zugriff möglich. Die Standard-HTML Benutzeroberfläche war simpel, aber für mich ausreichend. Auch die Portierung dieser Oberfläche auf das Smartphone genügte mir. Ich wollte ja primär automatisieren und nicht fernsteuern. Das Forum machte auf mich einen guten Eindruck.

Auswahl von VERA und bisherige Erfahrungen

Nach Abwägung aller Anforderungen habe ich mich 2015 für VeraEdge mit UI7 entschieden. Damit begann ein Lern- und Entwicklungsprozess mit vielen Höhen und Tiefen. Die Anzahl der Devices nahm zu. Ebenso wie der Umfang der Prozesslogik mit Scenes, Apps, Customizing und Programmen. Das SMARTHOUSE Projekt forderte einen ordentlichen Zeiteinsatz. 2017/2018 wurden die Prozessabläufe in VeraEdge gelegentlich langsam und es gab sporadische Signalverluste.

Ich entschied mich in 2018 auf VeraPlus aufzurüsten. Ich versprach mir Vorteile von der größeren Speicherkapazität und der höheren CPU-Leistung. Dass VerPlus auch ZigBee und Bluetooth Kommunikation anbot, betrachtete ich als interessante Zusatzoption. Auch, wenn ich sie bisher nicht nutze.

Parallel hatte ich begonnen, meine VeraEdge Anwendungen systematisch unter Performance Aspekten zu optimieren. Der Erfolg war unerwartet groß. Eine Hardware-Aufrüstung war eigentlich nicht mehr erforderlich. Ich versuchte dann trotzdem eine Migration. Allerdings ohne Erfolg. Da ich einen Hardwarefehler vermutete, ließ ich das VeraPlus Gerät tauschen. Im Forum konnte man zu dieser zeit beobachten, dass es auf breiter Front Migrationsprobleme gab. Ich wartete einfach ein paar Monate ab. Danach probierte ich wieder eine Migration. Nach wenigen Minuten lief die komplette VeraEdge Anwendung mitsamt allen LUA-Programmen fehlerfrei und noch performanter auf VeraPlus.

Die Zukunft

Die Entscheidungen für VERA waren natürlich eine Wette auf die Zukunft. Es wird sich zeigen, ob diese Plattform einen günstigen Entwicklungspfad durch die rasanten und radikalen Marktveränderungen bietet. Ich kann noch nicht einmal im Rückblick beurteilen, ob meine Entscheidungen richtig oder gar optimal waren. Dazu verfüge ich über zu wenig Detailwissen über die Alternativen. Man kann nur abwarten, bis neue Auswahl- oder Gestaltungs-Entscheidungen anstehen. Dann wird es sinnvoll sein, erneut eine systematische Bewertung vorzunehmen:
Mit aktualisiertem Anforderungsprofil,
auf Basis der aktuellen Angebote sowie
mit aktueller Einschätzung der Technologie- und Marktentwicklung.


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Smarthouse Markt + Auswahl

Idealerweise wären alle Komponenten eines SMARTHOUSE Systems miteinander kompatibel. Am besten auch im Zeitablauf, also auch mit den “alten” und den zukünftigen Geräten. Leider sieht die Realität anders aus. Es gibt zwar einige Standards, um die Kompatibilität zwischen verschiedenen Geräte sicherzustellen. Auch nutzen viele Hersteller die Standardisierung als Mittel um Kunden zu gewinnen. Sie schaffen jedoch gleichzeitig mit vielen kleinen Besonderheiten Abhängigkeiten, um die Kunden auf Dauer an ihre eigene Systemfamilie zu binden.

Die Auswahl am SMARTHOUSE Markt wird vor allem durch zwei Auswahl Entscheidungen eingeengt. Erstens mit der Wahl des Kommunikations-Standards, was eine Festlegung für die vielen Steuerungsdevices nach sich zieht. Denn aufgrund der Investitionskosten und des Installationsaufwands wird man diese Devices ungern austauschen.
Und zweitens durch die Auswahl des Controller. Es geht dabei nicht nur um den Kaufpreis, sondern vor allem auch um den Zeiteinsatz für Customizing etc.. Und um die Schnittstellen zu Drittsystemen. Ein Controller-Wechsel kann sehr aufwendig sein.

Glücklicherweise entwickeln sich einige weltweite, herstellerübergreifende Plattformen, die flexiblere Optionen für die zukünftige Weiterentwicklung bieten. Allerdings setzt deren Benutzung meist etwas mehr Knowhow voraus. Und die Plattform muss finanziell überlebensfähig sein.

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