Z-WAVE Heizkörperthermostat

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Die Auswahl für einen Z-WAVE Heizkörperthermostat ist (bzw. war in 2016) in Europa nicht groß. Eigentlich kamen damals nur die Heizkörperthermostate von Danfoss (inkl. der Varianten von Popp, Devolo), Fibaro oder Eurotronic infrage. Ich habe mich für POPP POPE010101 an einem VERA Controller entschieden. Dabei handelt es sich eigentlich um Danfoss LC13. Es wird auch so vom Controller erkannt. Das Gerät wird auch als Devolo angeboten.
Inzwischen bin ich mit dem Gerät zufrieden. Bis dahin waren allerdings einige Hürden zu nehmen

Die Z-WAVE Eigenschaften

In 2016 hatte der Z-WAVE Heizkörperthermostat von Popp gegenüber dem von Danfoss nicht nur einen Preisvorteil. Zusätzlich wurde die Ist-Temperatur an VERA gemeldet (was bei Original Danfoss nicht funktionierte). Zuerst hat sich dafür im VERA UI ein separater Temperatur-Sensor installiert. Nach einem VERA-Update wurde die Ist-Temperatur direkt im Thermostat-Device angezeigt.

Aus VERA heraus kann man lediglich den Setpoint ändern. Die anderen Optionen des VERA Thermostat-Devices sind ohne Funktion (Ein/Ausschalten, Kühlen, Fan). Nach erheblichen Schwierigkeiten zu Beginn klappt das inzwischen sehr gut und stabil.

Die Funkreichweite des Z-WAVE Heizkörperthermostat von POPP ist ausreichend, obwohl leider eine relativ alte Z-WAVE Generation verbaut ist. Der ZM3102 Chip hat etwas schlechtere Funkeigenschaften als die neueren Generationen. Es handelt sich nicht um ein Z-WAVE+ Device. Mit Z-WAVE Version 4.5 sind jedoch immerhin Explorerframes verfügbar, wodurch sich das Device ordentlich in das neuere Routingkonzept einfügt.

Fehler bei Polling

Nach der Installation (ohne Änderung der Inititalwerte) habe ich in den Logs festgestellt, dass das tatsächliche WakeupIntervall mindestens doppelt so groß war wie meine Einstellung. Manchmal kam längere Zeit kein Kontakt / Polling zustande. Offenbar ging das Device dann in einen Schlummer Zustand und/oder änderte das WakeupIntervall intern auf einen abweichenden Wert. Parallel gab VERA auf und setzte den Z-WAVE Heizkörperthermostat auf nicht erreichbar. Jedenfalls kam dann lange kein Kontakt mehr zustande. Ich musste das Gerät immer wieder manuell aufwecken, um eine Verbindung wiederherzustellen.

Das Problem verschwand sofort, als ich in VERA bei dem Device unter Control > Settings das PollIntervall auf 0 sek setzte. Ich arbeite nun mit einer WakupIntervall Einstellung von 600 sek, die auch tatsächlich und zuverlässig so realisiert wird. Setpoint Änderungen werden also mit max. 10 min Verzögerung übernommen.
Meine Theorie: Bei Verbindungsausfall setzt Danfoss das WakeupIntervall auf 1800 sek zurück. Deshalb sollte im Controller ebenfalls 1800 sek oder ein ganzzahliger Teil davon eingestellt werden, z.B. 900, 600, 300,…

Die Temperatur Regelung

Die Qualität eines Heizkörperthermostats zeigt sich vorrangig in seinen lokalen Eigenschaften. Die Masse der Regelungs-Arbeit erfolgt nämlich lokal. Ferngesteuert werden lediglich die Veränderungen des Setpoint. Die Hysterese des Durchfluss-Reglers passt sich automatisch den Gegebenheiten von Ventil, Heizkörper und Raum an. In aller Regel funktioniert das sehr gut: Die Setpoint-Temperatur wird im Raum meist auf 0,5 Grad genau eingehalten. Lediglich bei einem starken Temperatursturz kommt es vor, dass die Aufheizung vorübergehend etwas hinterherhinkt.

In einem Raum sind die Heiz-Verhältnisse besonders schwierig: Viele Außenwände, relativ kleine und relativ zugebaute Heizkörper und geringe Luftzirkulation duch viele Möbel. Dort schafft es der Thermostat nicht, den Raum so schnell wie gewünscht aufzuheizen. Die Lösung: Den Setpoint morgens 2° C höher setzen. Später den Setpoint wieder zurücksetzen: Entweder zu einem festen Zeitpunkt oder unter Beachtung weiterer Parameter (z.B. Erreichen einer bestimmten Raumtemperatur, Außentemperatur). Man kann das mit normalen Scenes, Triggers und Actions realisieren. Ich benutze LUA (luup.call_action , SetCurrentSetpoint), weil ich einige Parameter mehr berücksichtige und weil ich gleichzeitig den Temperaturverlauf protokolliere.

Montage

Übrigens: Meine Thermostate sind z.T. an Danfoss RAVL Heizkörper-Ventilen montiert. Die Regelung hat dort erst voll zufriedenstellend funktioniert, nachdem ich die Stifte aus dem Danfoss Adapter-Set RAV/RAVL 014G0250 im Heizkörper-Ventil eingesetzt habe.


Dieser Beitrag gehört zur Themengruppe
Erfahrungen mit Z-WAVE Devices

Cluster

Es gibt >2000 Z-Wave Devices, überwiegend Aktoren und Sensoren. Dahinter stehen viele verschiedene Hersteller. Die Auswahl reduziert sich, da nicht alle Devices mit deutscher Funkfrequenz verfügbar sind. Es gibt aber kaum jemand, der mit allen interessanten Z-WAVE Devices Erfahrung gesammelt hat. Insbesondere bei Multi-Devices findet man manchmal keine Erfahrungen zum Betrieb in der gewünschten Konstellation. Deshalb ist die Auswahl des besten Device für eine vorgesehene Anwendung oft nicht einfach. Das Device soll einerseits modern sein, aber andererseits bewährt und betriebssicher.
Von diesen Devices ist ein kleiner Teil für VERA zertifiziert. Stand 2018 waren es ca. 300 Devices. Aber auch viele der übrigen Devices funktionieren problemlos mit VERA. In anderen Fällen gibt es partielle Funktionseinschränkungen – speziell bei Multi-Devices. Bei der Auswahl geeigneter Devices habe ich mich u.a. an den Aussagen im VERA-Forum orientiert.
Bei einigen Devices waren Inbetriebnahme und Betrieb völlig unkompliziert. In anderen Fällen hatte ich Mühe, das gewünschte Betriebsverhalten zu erreichen. Sind viele Einstellmöglichkeiten verfügbar, so wollen sie auch ausgetestet sein. Dann ist die reine Z-WAVE Einbindung nur ein kleiner Teil der Inbetriebnahme. Deshalb notiere ich ein paar Erfahrungen mit Devices an VERA. So kann der Eine oder Andere vielleicht etwas Zeit sparen.

  • Z-WAVE Binär-Sensor Ein Z-WAVE Binär-Sensor oder Ein-/Aus-Sensor erfasst, ob eine Spannung anliegt oder nicht. Auf diese Weise kann man die ...

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